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Hippotraktor: Annihilist (Review)

Artist:

Hippotraktor

Hippotraktor: Annihilist
Album:

Annihilist

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive- und Post-Metal, Sludge

Label: Pelagic Records
Spieldauer: 38:28
Erschienen: 02.10.2026
Website: [Link]

Dieser schwermetallische Traktor aus Belgien überrollt einen tatsächlich mit seiner ganzen Wucht, dabei kann der oberste Traktor-Fahrer auch so laut rufen und schreien wie er will (oder muss). HIPPOTRAKTOR versetzen den Hörer auf ihrem „Annihilist“-Album in ein pures Wechselbad der Gefühle aus Progressivem, Metallischem, Klargesang und wildes Growlen sowie knallhartem Trommelfeuer – so als wäre es eine Selbstverständlichkeit, permanent und ohne große Ankündigungen die Seiten zwischen härterem Rock und extremen Metal sowie post-progressiver Klanggewalt zu wechseln.


Eigentlich haben HIPPOTRAKTOR in ihren Anfangstagen noch als rein instrumentales Trio ihr post-metallisches Glück gesucht. Die Zeiten sind vorbei – und nun spielt besonders der diabolische Gesang von finsteren Textideen eine extrem wichtige Rolle auf „Annihilist“. Und das Besondere hierbei ist das permanente Wechselspiel von angenehmem, manchmal gar fragilem Klargesang und dem wilden, bestens zu den knallharten Metal-Momenten passenden Schreien, die einem einen Schauer über den Rücken jagen.
Bereits auf „Meridian“ (2021) und dem Nachfolger „Stasis“ (2024) beeindruckten diese stimmlichen Urgewalten, die offensichtlich zudem mit Texten aufwarteten, die einander in Verbindung stehen, sodass die Belgier für „Annihilist“ betonen, dass sie ihr aktuelles Album aus einer guten Mischung des atmosphärischen „Meridian“ und des voller technischen Raffinessen versehenen „Stasis“ verstehen.


Besonders stark ist in dieser Beziehung „Builder Of Eden“ gelungen, bei dem zur vokalen Gastverstärkung noch der ehemalige THE OCEAN-Sänger Loic Rossetti seine Stimmbänder im biblischen Garten erklingen lässt.

Besonders hervorgehoben werden muss unbedingt das komplexe, abwechslungsreiche, sich oftmals sogar in den Vordergrund drängende Schlagzeugspiel von Lander De Nyn, der eine wahre Lehrstunde (auch wenn das Album nur schlappe 38 Minuten lang ist) für alle, die sich dem wilden Felltraktieren verschrieben haben, abliefert. Ein echtes Markenzeichen für alle, die gerne mal genauer Hinhören, wenn die ersten Schläge jegliche metallische Klangeruptionen noch lauter und schneller zerschmettern. Ganz großes Schlagzeug-Kino!


Doch auch das Textkonzept spielt wieder eine wichtige Rolle auf „Annihilist“ und befindet sich dankenswerter Weise mit allen Lyrics im 12-seitigen Booklet im Inneren des dreiflügeligen Digipaks.
Stellenweise sind die Botschaften, die mit der Titel-Tatsache „Ich atme, also bin ich“ eröffnet werden, hinter den Songs regelrecht philosophisch und richten sich an all jene, die aus den Schrecken ihres irdischen Alltags und ihres inneren Ichs auszubrechen – wortwörtlich zu befreien – versuchen, weil sie sich wie der bereits auf „Meridian“ erschaffene Protagonist als eine Art göttliches Experiment verstehen, das ziemlich in die himmlische Hose gegangen zu sein scheint und nun einfach Richtung Erde heruntergespült wurde.


Wie schwer solche Erkenntnisse und die daraus entstehenden Situationen fallen, hört man aus den hochemotionalen Texten, die ihre Wirkung bei dieser knallharten Musik nie verfehlen, im Grunde mit jedem Wort und jeder Note heraus, während am Ende auch die Gitarren zu „A Different Now“ nochmal so richtig brettern dürfen. Da braucht man nach dem ersten Hördurchgang, der langsam verhallt, erstmal ein bisschen Zeit, um wieder zu sich zu finden und die durchgeblasenen Ohren sowie den aufgerüttelten Verstand zu sortieren, um im Sinne seines Umfelds wieder halbwegs zu funktionieren. Denn der Garten Eden, den gibt’s wohl doch nur in solch großartigem Album wie „Annihilist“ von HIPPOTRAKTOR zu finden, selbst wenn die belgische Band diesen lautstark mit dem HIPPOTRAKTOR beackert und statt holdem Vogelgezwitscher auf höllisches Geschrei setzt.


FAZIT: HIPPOTRAKTOR, die Progmetallisten aus Belgien, legen nach den zwei Vorgängern „Meridian“ und „Stasis“ mit „Annihilist“ gehörig nach und treiben ihre (aus Text-konzeptioneller Sicht) Trilogie nunmehr musikalisch wie textlich auf die Spitze, wobei von beeindruckendem Klargesang bis hin zu brachialem Geschrei alles vertreten ist und die Instrumentalfraktion durchgängig Meisterhaftes leistet. Besonders hervorheben sollte man unbedingt Schlagzeuger Lander De Nyn, der eine Lehrstunde progmetallischer wie komplexer Fellbearbeitung auf „Annihilist“ bietet – und dass sogar der ehemalige THE OCEAN-Sänger Loic Rossetti von HIPPOKRATOR in den Garten Eden eingeladen wird, sollte keinesfalls unerwähnt bleiben.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 33x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • I Breathe, I Am
  • Courageous Apathy
  • Builder Of Eden
  • Oblivion Walker
  • Annihilist
  • Everything Is Permissible
  • A Different Now

Besetzung:

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